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...der Moment auf den es ankommt...

Zum Fest der Verkündigung des Herrn am 25. März



Heute ist eigentlich Feiertag bei uns.

Die Kirche feiert, dass und wie Gott es eingefädelt hat, einer von uns zu werden.

Einfach so.

Der Name des Festes: Verkündigung des Herrn.


Es ist die Geschichte aus Nazareth, die Geschichte vom Engel Gabriel und von der jungen Frau Maria, die plötzlich mit d e r Botschaft ihres Lebens konfrontiert wird.


Diese junge Frau hat Gott erwählt, damit sie es möglich macht,

dass ER Mensch werden kann.

Klingt kompliziert.

Das Mädchen Maria hat er dazu bestimmt, dass es auf sie ankommt

– wenn es drum geht, dass es jemand für möglich hält,

und der große Gott ein kleiner Mensch werden kann.

Ganz unspektakulär. Verborgen

Dafür braucht er keine große Bühne.

Nur das Vertrauen eines einzelnen Menschen.

Das Vertrauen Marias.

Er hat um sie geworben.

Sie hat ihm vertraut...

Wir kennen die alte Botschaft und die alten Bilder.

Maria auf dem Betstuhl, das Fenster geöffnet die Hände gefaltet,

der Engel mit Flügelschlag und mahnendem Zeigefinger.


Der Moment auf den es ankommt... und in dem – so zeigt es die Kunst –

Maria JA sagt zu dem, was der Engel ihr als Gottes Willen zumutet.

Ein Künstler hat diesen Moment gestaltet.

Heute. In unserer Zeit.


Das Bild ist ein Altarbild.

Ein Flügelaltar mit Klapptüren,

die den Moment,

auf den es ankommt,

verbergen.


Von der großen Bühne

weg

in die Verborgenheit unserer Zeit.




Ich biete Ihnen dieses Bild von Egbert Verbeek an

als die Maria unserer Zeit.

Die Situation könnte jede sein.

Und doch ist es der Moment, auf den es ankommt.

Der Moment der Wachheit,

der Aufgeschlossenheit,

der Bereitschaft, etwas wahrzunehmen, anzunehmen, aufzunehmen...

Das Fenster ist da, wie auch bei den alten Bildern der Verkündigung.

Der Engel ist ein umgebendes Kreisen ohne Zeigefinger.

Die einst gefalteten Hände stützen den Kopf,

der klarbekommen will, was er da hört

und wahrnimmt.


Der Moment auf den es ankommt,

ist unspektakulär und im Alltag zu finden.

Keine große Bühne...

Ich kann gut mit diesem Bild.

Die Maria spricht mich an.

Sie schaut aufmerksam, gelassen.


Kann Sie’s fassen,

was da gerade geschieht,

in dem Moment, auf den es ankommt?


Mein Gott, soll es wahr sein, dass Du mich meinst?


Maria ist nicht die Frau der alten Bilder und Lieder.

Maria ist heute – und Gott erwählt auch heute.

Sie und mich.

Uns und andere.

Erwählt, um Ja zu sagen und es für möglich zu halten,

dass Gott heute in die Welt kommt.

Erwählt um mitzutun am Werk Gottes, das er angefangen hat und bis heute fortführt.

Erwählt, um gestärkt zu werden,

Erwählt, den Engel des Herrn im Rücken zu spüren,

Erwählt ,den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern zu stützen im Angesicht dessen, der uns nicht hängen läßt.


Gott kommt.

Weil Menschen es möglich machen,

dass ER ganz Mensch sein kann.

Maria ist uns Schwester im Suchen,

im Fragen, im Zweifeln, im Hoffen im Glauben.


(sd)



Beim verwendeten Bild handelt es sich um das Tryptichon "Verkündigung"

des Bonner Künstlers Egbert Verbeek.

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