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Karsamstag

Grabesruhe




Karsamstag - Die Leere dazwischen.

Die Weihwasserbecken sind trocken, der Altar ist abgeräumt und nackt, kein Blumenschmuck, der Tabernakel offen und leer, das ewige Licht brennt nicht mehr. Es gibt keine Liturgie. Das ist das eindrückliche Bild des Karsamstags in der katholischen Kirche. Grabesruhe, Leere, einfach nichts. Die Mitte in diesen heiligen drei Tagen zwischen Karfreitag, dem größten Schmerz, und dem Ostertag, dem größten Licht, diese Mitte ist einfach ein Nichts.

Ist es nicht nach einer Beerdigung ähnlich: Da kehrt dann endlich Ruhe ein, alles Geschäftige, alles dringend noch zu Tuende ist vorbei, Friedhofsstille eben. Eine wichtige Zeit für die innere Bewältigung. „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ beten wir im Glaubensbekenntnis. Jesus begibt sich in dieses Schattenreich, in diese Unterwelt. Er geht dem Verlorenen nach bis in die größte Gottesferne. Er ist uns nahe in unseren Erfahrungen von Zweifel, Ohnmacht und Gottverlassenheit. Er holt aus diesem Schattenreich all das mit in das Licht der Auferstehung, was da gefangen ist an Unerlöstem, an all dem, womit wir nicht fertig geworden sind, was wir verdrängt haben, was innere, verborgene seelische Last ist.

Das braucht Zeit, eben die Zeit des Tages dazwischen. Das braucht Leere, Stille und Ruhe, damit sich etwas ordnen kann. Es erfordert eigentlich nur eins: einwilligen in etwas, was sich dann entwickeln wird, geschehen lassen. Eigentlich ist das nicht beängstigend. Der Karsamstag ist wie eine Brücke, über die man sich führen lassen muss - vom Dunkel zum Licht.

(Autor unbekannt)


(kw)

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